Kleiner Medinger Rundweg
Der kleine Rundwanderweg zur Medinger Ortsgeschichte ist durch einen gelben Rückwärts-strich auf weißem Grund gekennzeichnet. Er gibt Informationen zu historisch wertvollen Gebäu-den, Bauwerken und interessanten Landschafts-teilen. Du kannst an jeder Stelle in den Rundweg einsteigen. An den auf den Häusertafeln vermerkten Nummern findest Du Deinen Stand-ort und kannst Dich über den QR-Code oder diese Seite weiter informieren. Viel Spaß!
Wir beginnen unsere Wanderung auf der Hauptstraße an der Kirche (1a) [Download PDF Kirche]. Diese wurde vermutlich im 13. Jh. als romanische Kapelle erbaut, mehrmals umgebaut und erweitert.
Auf dem Kirchengelände steht eine 1891 errichtete Familiengruft (1b) [Download PDF Zürnergruft]. Hier ruhen die Familie und Freunde von Heinrich Christoph Zürner, Rittergutsbesitzer und Mitgründer der 2. Medinger Aktienbrauerei. Er war ein Nachfahre des 1725 zum sächsischen Landvermesser ernannten Adam Friedrich Zürner, unter dessen Regie ca. 1.000 Postmeilensäulen in Sachsen entstanden.
Gegenüber, im repräsentativen Fachwerkhaus der Hauptstraße 3 (2) [Download PDF Hauptstrasse 3], befindet sich die zeitgenössische Galerie von Sabine Aurich-Rogge. Dieses Gebäude hat eine sehr bewegende Geschichte. Vermutlich im 30jährigen Krieg erbaut, diente es bis 1904 als Pfarrhaus, später als Verwaltungsgebäude.
Bis 1898 waren Pfarr- und Kirchhof eine Einheit. Die Hauptstraße zwischen Alter Ottendorfer Straße und Schulstraße mit der Röderbrücke gab es vorher nicht.
Betrachten sollte man auch das Haus Hauptstraße 2, das erste Schulgebäude aus dem Jahr 1755 und die Hauptstraße 7, das 2. Schulhaus von 1848 (Schulrundweg).
Wir laufen am 1992 aufgelassenen Friedhof vorbei rechts die Dorfstraße hinab und stehen nun vor dem Schweizerhaus (3a) [Download PDF Schweizerhaus], welches zum dahinterliegenden Herrenhaus (3b) [Download PDF Schloss] des ehemaligen Rittergutes (3) [Download PDF Rittergut], gehört. Nach einem Brand im Jahre 1894 wurde es 1895 im Stil des Neubarock wiederaufgebaut. Heute ist es in Privatbesitz und wird bewohnt. Das Gebäude gegenüber dem Schweizerhaus ist die ehemalige Rittergutsscheune, nach 1945 Gemeindeamt, Bücherei, Arztstation und Mehrzwecksaal mit Kino (3c) [Download PDF Dorfstraße 11].
Der Dorfstraße weiter folgend kommen wir zur ehemaligen Mahlmühle (4) [Download PDF Mahlmühle]. Sie wurde bereits 1427 erwähnt. Von 1899 bis zur Einstellung des Betriebs 1935 befand sich im Gebäude ein Wassertriebwerk zur Erzeugung von elektrischem Strom vorrangig für das Rittergut. Der Betrieb der 1717 erstmals erwähnten Brettmühle (5) [Download PDF Brettmühle] auf der gegenüberliegenden Röderseite wurde 1958 eingestellt.
Nach der Mühle queren wir auf der seit 1574 existierenden, mehrfach erneuerten, Brücke die Große Röder und stehen nun vor der ehemaligen Schmiede (6) [Download PDF Schmiede], die vermutlich im 17. Jh. erbaut wurde. Im gegenüberliegenden Gebäude befand sich im 18. Jh. eine kleine Gastwirtschaft, die so manchen Kutscher oder Bauern mit Erfrischungen versorgte, während sich der Schmied dem Pferd widmete.
Wir folgen nun den „Schmiedeberg hinauf nach rechts der Alten Ottendorfer Straße. Typisch für Medingen ist das Wohnhaus Alte Ottendorfer Str. 5 (7) [Download PDF Alte Ottendorfer 5]. Um 1744 als eingeschossiges Häuslerhaus mit Strohdach errichtet, wurde es mehrfach umgebaut, 1914 aufgestockt und mit Dachziegeln gedeckt.
Schon nach kurzer Zeit haben wir rechter Hand Gelegenheit, das Schlossgelände von der Parkseite zu sehen. Prächtige alte Bäume kennzeichnen den kleinen Park.
Wir gehen weiter bis zur Hauptstraße und folgen ihr auf dem neuen Geh- und Radweg über die neue Röderbrücke in den Ort zurück.
Vor uns liegt nun die ehemalige Brauerei, später die „MALTA“, Haake Werke und zu DDR-Zeiten das Prüfgerätewerk (8) [Download PDF MALTA]. Dieses Gelände wurde 1813 als Brauerei des „Magen- und Gesundheitsbieres“ bekannt und war 1836 die erste Deutsche Aktienbrauerei. Nach dem Aus der Brauerei folgten Stärkeprodukte, Heißwasserspeicher und bis heute Prüfgeräte (Viskosimeter) als Erzeugnisse.
Wir biegen nun nach links in die Rödertalstraße und anschließend rechts ins Rosental ein. Als ein Kleinod Medingens lädt uns der Goldborn (9) [Download PDF Goldborn] zum Verweilen und Erfrischen ein. Der Rastplatz ermöglicht einen angenehmen Aufenthalt an dieser geschichtlich interessanten Stelle.
Nach einem kurzen Abstecher zum Goldborn gehen wir zurück zur Straße und folgen dem „Rosental“ nach links.
Nach ca. 150 m stehen wir vor dem Haus Rosental 3 (10) [Download PDF Rosental 3], einem für Medingen sehr typischen historischen Häusler-anwesen.
Der Weixdorfer Straße nach rechts folgend lassen wir den Medinger Friedhof auf der linken Seite liegen. Er wurde 1945 eingerichtet und löste den auf dem Kirchhof befindlichen Friedhof ab.
Wir sind auf der Erhebung angekommen und haben eine herrliche Sicht über die Laußnitzer Heide. Rechts im Vordergrund erhebt sich der Wachberg (204 m). In der Ferne erkennt man den Hinteren Buchberg (245,8 m). Hinter uns befindet sich das seit 1992 entstandene Wohn- und Gewerbegebiet, an welches sich das Moritz-burger Kleinkuppengebiet anschließt.
An der Kreuzung Weixdorfer Straße / Haupt-straße sehen wir auf der linken Straßenseite ein seit 1886 als Bierhandlung und Mineralwasserfabrik (11) [Download PDF Trieb] bekanntes Anwesen.
Ab hier kann der Weg zurück ins Dorf gewählt oder aber nach links, die „Bergtannen“ tangierend, eingeschlagen werden.
Die Siedlungen „Kronenberg“ und „Bergtannen“ entstanden ebenso wie das Wohngebiet „Hufen“ in den 1930er und 1940er Jahren im Zuge der Auflösung und Parzellierung des Rittergutes. Seit den 1990er Jahren erfolgte eine starke Nachverdichtung der Wohnbebauung vor allem durch die Umwandlung von Wochenend- in Dauerwohngrundstücke.
Nach der Bushaltestelle „Kronenberg“ wechseln wir nach rechts in den Meisenweg, laufen weiter geradeaus und gelangen über einen Hohlweg und eine 2003 angelegte Treppe in das Amseltal. Das kleine, im Umbau befindliche Haus links, war einst das Medinger Armenhaus (12) [Download PDF Armenhaus].
Im Amseltal nach rechts bergan der Dorfstraße folgend gelangen wir wieder in den alten Dorfkern mit den ehemaligen Bauerngütern, wobei wir hier noch einige interessante Gebäude vorfinden, wie das ehemalige Bauerngut Dorfstraße 32 (13) [Download PDF Dorfstraße 32]. Am ehemaligen Bauerngut Dorfstraße 17 mit einem der ältesten Fachwerkhäuser sehen wir einen in die Grundstücksmauer eingelassenen Sitzstein.
Davor befindet sich das historische Trafohaus (14) [Download PDF Trafohaus] “Gröbaer Bauart“ aus dem Jahr 1914. Neben dem Trafohaus in Richtung Hauptstraße stand bis 1967 das Spritzenhaus und davor eine Tankstelle (bis Ende der 1960er Jahre).
Weiter halblinks bergab der Dorfstraße folgend kommen wir an einigen geschichtsträchtigen Gebäuden vorbei.
In der „guten Stube“ von Tischlermeister Erwin Völkel auf der Dorfstr. 8 (15) [Download PDF Dorfstraße 8] befand sich zwischen 1913 und 1945 die Sparkasse,
Wir beenden den kleinen historischen Ortsrundgang am erstmals um 1550 erwähnten Gasthof (16) [Download PDF Gasthof], weit hin bekannt für seine Blues-Rock-Konzerte und als Lokation des Ottendorfer Carnevals-Club.
Weitere Informationen zur Medingern Orts- und Baugeschichte findet Ihr in unserer Häuser- und Gebäudechronik.
![Quelle: OSM https://hiking.waymarkedtrails.org/#route?id=1405608&type=relation&map=16.0/51.1833/13.7887 Rechtliche Bedingungen und Nutzungsbedingungen [PDF RBuN] Quelle: OSM https://hiking.waymarkedtrails.org/#route?id=1405608&type=relation&map=16.0/51.1833/13.7887 Rechtliche Bedingungen und Nutzungsbedingungen [PDF RBuN]](/.cm4all/uproc.php/0/Kleiner%20Medinger%20Rundweg/.Karte.jpg/picture-1200?_=19d72979918)
